Familienpolitik ist Frauenpolitik
Familienpolitik ist Frauenpolitik

Familienpolitische Positonen der Unabhängigen

Eine gute Familienpolitik ist Grundvoraussetzung für Frauenpolitik und einer nachhaltigen Sozialpolitik, denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist „Hilfe zur Selbsthilfe“ gegen Mütterarmut, Kinderarmut sowie Armut im Alter.

Daher möchten wir erreichen, dass es in Lübeck zukünftig eine planbare, verlässliche, qualitätvolle Kinderbetreuung vom Ende der Elternzeit bis zum Ende des Grundschulalters geben wird und dass jede Familie die einen Platz benötigt, diesen auch wohnortnah bekommt.

Krippen- und Kitaplätze nach tatsächlichem Bedarf zur Verfügung stellen

Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Betreuungsquoten in Lübeck deutlich steigen,  damit  eine  dem wachsenden Bedarf gerechte Anzahl von Krippen- und Kitaplätzen zur Verfügung steht. Denn trotz Anmeldung kurz nach der Geburt gibt es in Lübeck für Familien oft geringe Chancen auf eine wohnortnahe Krippen- und/oder Kita Betreuung. Insbesondere der Ü3 Bereich weist derzeit einen gravierenden Mangel an Betreuungsplätzen auf.

Die Erfassung des tatsächlichen Bedarfs an Kinderbetreuung durch die Stadtverwaltung muss transparent und nachvollziehbar erfolgen, oder -sollte dies nicht möglich sein- anhand von unabhängigen Gutachten ermittelt werden.

Mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung

  • Wir setzen uns ein für mehr Transparenz bei Ausgaben und Förderungen im Bereich Bildung und Soziales
  • Ausgaben müssen nachvollziehbar einem Kostenpunkt zugeordnet werden können und transparent sein.
  • Vertragsverhandlungen mit Betreuungsträgern (Budgetverträge) öffentlich machen
  • Offenlegung und Mitwirkung der Öffentlichkeit bei der Berechnung des Bedarfes an Betreuungsplätzen
  • Elternbeteiligung / Partizipation in Entscheidungsprozessen innerhalb der Betreuungsträger und auch der Jugendhilfeplanung

Elternbeiträge senken, Sozialstaffelung einführen

Die Unabhängigen fordern, dass die Elternbeiträge für die Kindertagesbetreuung zukünftig nicht weiter steigen und mittelfristig reduziert werden

In einigen Bundesländern herrscht Beitragsfreiheit, in anderen, wie Schleswig-Holstein, werden zum Teil sehr hohe Beiträge für die Kindertagesbetreuung verlangt. Das benachteiligt die betroffenen Eltern und ist, wirtschaftlich gesehen, auch ein Standortnachteil für Lübeck.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf darf nicht vom Wohnort abhängen!

Zusätzlich werden wir uns für die Einführung einer Sozialstaffelung der Beiträge einsetzen, damit einkommensschwache Haushalte mit berufstätigen Eltern nicht mit den vollen Kosten der Elternbeiträge belastet werden.

Fachkräftemangel entgegenwirken

Wir wollen dem Fachkräftemangel im Bereich  der  Kindertagesbetreuung  (ErzieherInnen, Sozialpädagogische AssistentInnen)  in Lübeck entgegenwirken,  indem wir uns dafür einsetzen gemeinsam mit Erziehern /SPAs und den Trägern tragfähige und gerechtere Lösungen zu erarbeiten. Dies beinhaltet:

  • Welche Möglichkeiten der Reformierung von Ausbildung zum Erzieher / SPA ergriffen werden können:
    (Beitragsfreiheit, Ausbildungsvergütung, kommunale Stipendien, Möglichkeiten von Fernstudium, vergünstigte Wohnheimplätze)
  • Welche Förderung von sichereren Arbeitsverhältnissen erfolgen kann:
    (unbefristete Verträge, Arbeit auch in Vollzeit möglich, Vergütung nach Tarif, nach Mögl. Beamtenstatus etc.)

Öffnungszeiten ausweiten und Schließtage reduzieren – für Alle!

Wir werden uns dafür stark machen, dass es einheitliche Regelungen für alle Träger der Grundschul-, Krippen- und Kitabetreuung (z.B. bei Öffnungszeiten und Schließtagen) gelten. Es kann nicht sein, dass es eine ungleiche Behandlung der Familien gibt, die ihre Kinder von städtischen oder von privaten Betreuungsträgern betreuen lassen. Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss für Alle gelten.

Flexibilisierung der Betreuungszeiten

Wir werden uns  dafür einsetzen, dass zukünftig ein ganzjähriger Krippen- bzw. Kitaeinstieg möglich sein wird, denn Kinder sind verschieden. Einige Kinder sind zwar schon bei Beginn des Kita Jahres drei Jahre alt, wären aber noch viele besser in der Krippe aufgehoben, andere hingegen sind gezwungen ein weiteres Jahr in der Krippe zu bleiben, obwohl sie für Ihr Alter schon „kindergartenreif wären“. Es muss eine vergleichbare „Kann-Kind Regelung“ bei der Einschulung auch für Krippen und Kindergarten-Kinder geben.

Eine Aufstockung von Halbtags- zu Vollzeitplatz soll jederzeit möglich sein, damit eine zeitlich unzureichende Betreuung durch einen Halbtagsplatz nicht zur Verhinderung in die Berufsrückkehr in Vollzeit führt.

Kindertagespflege stärken

Die Rechte von Kindertagespflegepersonen müssen gestärkt werden; gleiche Vertragliche und förderungsrechtliche Richtlinien wie bei Krippen und Kitas müssen eingeführt werden.

Es muss für Familien zukünftig eine echte Wahlfreiheit zwischen Kindertagespflege, Krippe und Kitas geben. KTPs dürfen nicht als Überbrückung genutzt werden wenn ein Platz in Krippe oder Kita gewünscht aber nicht gefunden wurde. Die folgenden Maßnahmen sind nach Priorität geordnet

  1. ein verlässliches Vertretungssystem für Kindertagespflegepersonen im Krankheitsfall einrichten
  2. Finanzierte Fortbildungstage für Kindertagespflegepersonen
  3. Vergleichbare Förderung von Vollzeitplätzen sowie gleiche vertragliche Grundlagen von Kündigungsfristen für Kindertagespflegepersonen wie für Krippen und KiTas
  4. Förderungen für I-Kinder auch bei Betreuung durch Kindertagespflegepersonen
  5. Vergütung von Vor-und Nachbereitungen, Elterngesprächen sowie Verwaltungsaufwand
    Beiträge zur Pflichtversicherung in der Unfallkasse zu 100% erstatten
  6. Transparenz bei der kommunalen Förderung in der Kindertagespflege

Betreute Grundschulen verbessern

Die Unabhängigen werden sich dafür einsetzen, die Hortstandards an den Betreuten Grundschulen anzuwenden. Maßnahmen, die diesen Prozess beschleunigen und qualitativ verbessern, werden wir befürworten und unterstützen.
Neben der Aufwertung der Betreuungsqualität sehen wir es als primär wichtig an, die räumlichen Voraussetzungen an den Grundschulen so zu verbessern, dass Kinder mit unterschiedlichen Bedarfen (ruhige, wie auch laute) entsprechende Frei- und Rückzugsräume geboten bekommen.

  • Frühzeitiges Erkennen von Förderbedarf von Kindern bereits in Tagespflege /Krippe /Kita durch geschultes Personal
  • Ganztagsbetreuung in Grundschule UND Kita auch für I-Kinder
  • Individuelle, koordinierte Förderung durch multiprofessionelle Teams und qualifiziertes heilpädagogisches Personal in Tagespflege /Krippe /Kita.
  • Wir wollen Schulen sanieren und zeitgemäß umgestalten
  • Eine zeitgemäße Spielplatzplanung für alle Altersgruppen, barrierefrei, modern und wohnortnah
  • Saubere und sichere Spielplätze durch Einzäunung
  • Spielgeräte in den Einkaufszonen der Stadt schaffen

Stigmafreie Förderung für benachteiligte Kinder

Einkommensschwache und benachteiligte Haushalte sollen in Zukunft stigmafrei gefördert werden. Wir setzen uns ein für:

  • Die Einführung einer Sozialstaffelung der Beiträge für die Kinderbetreuung, damit einkommensschwache Haushalte mit berufstätigen Eltern nicht mit den vollen Kosten der Elternbeiträge belastet werden.
  • Ganztags- I-Plätze
  • kostenfreie Mahlzeiten in guter Qualität bei Tagespflege, Krippen, Kitas und Schulen
  • Qualifizierte Hausaufgabenbetreuung
  • Weniger Bürokratie für Beantragung von Bildungsfonds-Geldern
  • Den Ausbau der Bildungsfonds- und LÜBECKCARD Angebote
  • Eine bessere Förderung und weiteren Ausbau von Mentoring Programmen
    (z.B. Stadtmütter, Lübecker Paten)