Sozialservice bieten

Die Lebenssituation armer und benachteiligter Menschen muss auf kommunaler Ebene verbessert werden. Angebote sozialer Beratungen und Dienstleistungen sowie Verfahren zur sozialen Hilfe sollen fortentwickelt werden, um berechtigte Hilfeleistungen würdig und unkompliziert anbieten zu können. Wir wollen so vielen Einwohner*innen wie möglich ein selbstbestimmtes Leben und eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.

Bezahlbare Wohnungen für alle

Lübeck benötigt bezahlbare Wohnungen. Dazu sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen zügig geschaffen werden. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft soll verstärkt Sozialwohnungen bauen. Wohnungsabrisse im großen Stil, wie sie in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden, sollen ausgesetzt werden. Personengruppen, die es auf dem Wohnungsmarkt besonders schwer haben eine Wohnung zu finden, sollen Unterstützung erhalten. Projekte wie Wohnen auf Probe und Maßnahmen wie die Übernahme der Mietsicherheit oder einer Mietbürgschaft sollen weiterentwickelt werden.

Integration in die Gesellschaft tragen, Inklusion fördern

Die Lebenssituation von Geflüchteten soll durch die Förderung ehrenamtlichen Engagements und eine konsequente Umsetzung des Integrationskonzeptes weiter verbessert werden. Dazu gehören dezentrale, wohnungsähnliche Gemeinschaftsunterkünfte insbesondere für Frauen sowie vielfältige Angebote zur Bildung und Beschäftigung.
Wir setzen uns für einen Integrationsausschuss der Bürgerschaft ein, der durch eine intensive ehrenamtliche Arbeit zur Teilhabe vieler beiträgt. Hier können auch Maßnahmen zur stärkeren Wertschätzung des Ehrenamtes erarbeitet werden.
Wir wollen Hilfebedürftigen und suchtkranken Menschen durch den wirkungsvollen Einsatz von Sozialarbeitern helfen, eine neue und realisierbare Perspektive zu entwickeln. Angemessene und kostengünstige Angebote für wohnungslose Personen sind dazu erforderlich.
Rechte von Kindern, Jugendlichen und von Senior*innen sind zu stärken. Dazu sind eigene Verantwortlichkeiten einzuräumen und Mitwirkung zu ermöglichen. Dies soll zum Engagement für das Gemeinwohl und zur Teilnahme an politischen Prozessen einladen. Wir wollen deshalb Angebote für Treffpunkte und Spiel- und Aufenthaltsbereiche in den Stadtteilen verbessern. Generationsübergreifende Aktivitäten sollen gefördert werden. Städtische Gebäude und Sportanlagen sollen sich für nicht kommerzielle Nutzungen öffnen und von gemeinnützigen Einrichtungen mitgenutzt werden dürfen.

Geschlechterspezifische Bedürfnisse und Initiativen unterstützen

Die Stadt muss die Bereitstellung von Frauenhausplätzen in der erforderlichen Anzahl sicherstellen. Das Frauenbüro muss personell besser ausgestattet werden. Die Kommune hat sich für die vollständige Gleichberechtigung und Teilhabe aller sowie zur Förderung von Toleranz für selbstbestimmte Lebensformen und deren Schutz einzusetzen.

Maßnahmen für den Einzelnen und die Stadtgesellschaft:

• Schwerpunktsetzung bei der Sicherstellung der elementaren Bedürfnisse der Bevölkerung (Daseinsvorsorge; z. B keine weiteren Privatisierungen und Prüfung von Reprivatisierungen).
• Präventive Sozialarbeit
• Sozialarbeit bei Betroffenen stärken
• Stärkung des Ehrenamtes durch Aufwandsentschädigung, Busticket, Parkmöglichkeiten
• Jugendtreffpunkte in den Stadtteilen mit eigenem kleinen Budget
• Sportförderung neu aufstellen
• Sanierungskonzept für Städtische Senioreneinrichtungen
• Projekt „Wohnen auf Probe“ für Bedürftige erweitern
• Wohnprojekte „Leben und Wohnen im Alter“ ausweiten
• Maßnahmen des Integrationskonzeptes umsetzen
• Integrationsausschuss der Bürgerschaft einrichten
• Inklusion auf eine neue Grundlage stellen und individueller gestalten
• Aktive Teilhabe an gesellschaftlichen Entwicklungen sicherstellen
• Sofortprogramm für bezahlbare Wohnungen

7 KOMMENTARE

  1. Interessant wäre auch eine gesonderte Anlaufstelle für Obdachlose, die aus der Obdachlosigkeit raus wollen. Es bestehen dabei besondere Schwierigkeiten wie: nötige Papiere, Unkenntnis der Verfahren der Behörden etc.

  2. Zum Punkt „Kinderarmut mildern “
    Würde ich eher vorschlagen :
    „Kinderarmut nachhaltig bekämpfen.“

  3. Das Bildungsinteresse von Migranten sollte nachhaltig gefördert werden. Es reicht nicht, nur rudimentäre Kenntnisse der deutschen Sprache zu erlangen, sondern es geht auch um die Verfestigung respektive Vertiefung von Deutschkenntnissen. Die Volkshochschule wäre als Plattform dazu hervorragend geeignet. Ausländische Berufsqualifikationen sollten eine angemessene Anerkennung finden, bzw. wo Lücken sind, sollten Bildungsangebote ins Leben gerufen werden, die einer Weiterentwicklung dienlich sind.

    Die Frage bezahlbaren Wohnraums ist von immenser Bedeutung. Die Stadt sollte sich verpflichtet fühlen, hier unkonventionell und ohne unnütze bürokratische Hürden Abhilfe zu schaffen durch Ausweisung von Bauland und finanzieller Unterstützung zur Schaffung von neuem Wohnraum.

    Es sei bemerkt, dass Kommunalpolitik nicht alle Probleme vor Ort lösen kann, aber sie sollte die Möglichkeiten ausloten, an die Landes-, Bundes- und Europapolitik zu appellieren, wenn es angebracht sein sollte. Kommunen können nicht in allen Belangen selbständig agieren und müssen sich mit übergeordneten Institutionen austauschen und auf konsensfähige Lösungen dringen.

    • Gute Idee! Ich würde mir allgemein auch deutschverbessernde Kurse für alle Interessierten wünschen. Auch im Berufsleben stehend, schadet eine Auffrischung Niemandem oder als Vorbereitung z.B. auf eine Umschulung

  4. Der Ausbau interkulturelle Kinder und Pflegeeinrichtungen mit Verständigung in der Muttersprache muss gefördert werden.

    • Wir haben mind. 100 verschiedene Muttersprachen in Lübeck, an welche genau hast du dabei gedacht? Weil alle anzubieten (und nur das wäre auch fair) wird kaum möglich sein. ..

Comments are closed.