„Ein Umdenken in der Verkehrspolitik ist dringend geboten“, so Wiebke Hartmann von den Unabhängigen. Zu dritt haben sich Kommunalpolitiker*innen der jüngsten Fraktion Lübecks auf Fahrrädern am Freitag in den Zug der Demonstrierenden „Fridays for future“ eingereiht. „In unserem Wahlprogramm vom letzten Jahr haben wir den fahrscheinlosen ÖPNV bereits als Forderung, aber dringend notwendig ist eine Gleichbehandlung der Radfahrer*innen mit den Autofahrer*innen. Es kann nicht sein, dass in der heutigen Zeit immer noch zuerst die Straßen für den motorisierten Individualverkehr instandgesetzt oder von Eis und Schnee geräumt werden und Fußgänger*innen und der Radverkehr das Nachsehen haben.“ Hartmann verweist auf die notwendige Instandsetzung von Radwegen einschließlich der Räumung von Eis und Schnee. Ein kurzfristiges und spontanes Umsteigen auf den Bus an solchen Tagen ist vielen Eichholzer Eltern von Schulkindern zu teuer, zahlen sie doch mit Preisstufe 2 für Jugendliche über 14 Jahren 2,60 € für eine Einzelfahrt. Bei nur zwei Kindern über 14 Jahren kostet ein Schneetag 10,40 € nur für den Schulweg, das ist eindeutig zu viel und es wundert wenig, wenn an diesen Tagen das Elterntaxi die Straßen zusätzlich verstopft. „Als Vorbild sehen wir Kopenhagen, eine Stadt, die klimatisch nicht angenehmer für Radfahrer*innen ist, in der aber dennoch 1/3 der Verkehrswege mit dem Rad zurückgelegt werden,“ so Hartmann, die damit eng an den Forderungen der Lübecker „Fridays for future“-Bewegung ist.

Die Unabhängigen wollen den Fußgänger*innen- und Fahrradverkehr attraktiver machen und neue Wege bei der Finanzierung des Busverkehrs gehen. Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende Detlev Stolzenberg: „Wir müssen in Lübeck endlich andere Prioritäten setzen. Fuß- und Radwege müssen barrierefrei und ausreichend breit werden. Die Verkehrssicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer*innen ist in Lübeck an vielen Stellen zu verbessern. Wir wollen die Maßnahmen aus dem Konzept „Fahrradfreundliches Lübeck“ endlich umsetzten und nicht einfach neue Gutachten abwarten. Wir wollen ein umlagefinanziertes kostenloses Schüler*innen- und Azubi-Ticket für den Busverkehr. Es wurde lange genug geplant und geredet, jetzt müssen Maßnahmen folgen.“